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Stand: 12.10.2017
  • 3. Dezember 2018  - 

    ganztags
  • 29. März 2019

Jetzt Mal Anders - Paargewalt gemeinsam beenden

Ausgangssituation
Deutschland verfügt über ein ausdifferenziertes Hilfesystem bei häuslicher Gewalt, das vor allem aus einem Frauenunterstützungssystem mit Frauenhäusern, Beratungs- sowie Interventionsstellen und der Täterarbeit für Männer besteht.
Doch nicht alle Paare, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, können sich mit den einseitigen Zuschreibungen von Opfer und Täter identifizieren. Eine bedeutende Gruppe von Betroffenen erfährt beidseitige Gewalt - die Partner erleben sich gleichermaßen als Opfer und Täter. Immer wiederkehrende Konfliktsituationen, die zu psychischer oder körperlicher Gewalt eskalieren, wecken in vielen von ihnen den Wunsch, den Kreislauf der Gewalt ein für alle Mal zu beenden.
„Jetzt Mal Anders“ ist ein Beratungsansatz des Caritasverbandes Berlin, der sich dieser Zielgruppe widmet. Angeregt wurde das Angebot durch Besucherinnen des Caritas-Frauenhauses Berlin, von denen etwa 30% in die gewaltbelastete Beziehung zurückkehrten.
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung zeigen, dass der Großteil der beratungsmotivierten Paare das Ziel der Gewaltlosigkeit durch „Jetzt Mal Anders“ erreicht. Auch für die immer mitbetroffenen Kinder bedeutet dies eine Abnahme der erlebten Gewalt.
Aufgrund entsprechender Nachfrage wurde diese bundesweite Weiterbildung für Fachkräfte entwickelt.


Zielsetzung und Lernansatz
Ziele der Fortbildung liegen in der Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten von Fachkräften in beraterischer bzw. psychotherapeutischer Tätigkeit bei ihrer Arbeit bei beidseitiger Paargewalt und der Entwicklung eines differenzierten Verständnisses für Formen häuslicher Gewalt. Sie sollen in der Lage sein, eine sicherheitsgebende Beratungsstruktur zu gestalten und Paare bei der Beendigung von wechselseitigen Gewaltdynamiken zu unterstützen.
Der vermittelte Ansatz beruht auf dem gleichnamigen Paarberatungsangebot der Caritas Berlin, das durch die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin evaluiert worden ist. Die Inhalte des Kurses orientieren sich an dem gleichnamigen Curriculum, das in der Reihe „Berlin gegen Gewalt“ der Landeskommission Berlin gegen Gewalt erschienen ist:

  • Verständnis für die Wesensmerkmale des Phänomens „situative Paargewalt“ (nach Johnson), sowie dessen Abgrenzung gegenüber anderen Formen der häuslichen Gewalt
  • Erwerb einer Beraterhaltung, die den zu Beratenden Raum für Schutz und Wachstum lässt
  • Selbstreflektion mit Blick auf eigene Erfahrungen zur Entwicklung von Potentialen
  • Übertragung des Modells der Persönlichkeits-System-Interaktion (PSI-Theorie) nach Kuhl auf die Arbeit mit Paaren bei situativer Paargewalt


Die praktische Umsetzung erfolgt mittels Methoden der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie (nach De Shazer & Berg). Erwerb der Fähigkeit, nützliche Instrumente in der Beratungsarbeit anzuwenden und mit sogenannten Rückfällen umzugehen.


Arbeitsformen
Verknüpfung von theoretischem Input und Praxisdemonstration,
praktische Übungen und Reflexionen; erforderlich ist die
praktische Erprobung zwischen den Kursabschnitten


Lernorganisation, Termine und Orte
Der Kurs besteht aus drei Abschnitten 2018/2019.
Die Kursteilnehmer erhalten bei erfolgreicher Teilnahme die Zertifizierung zum bzw. zur „Paarberater/in bei situativer Paargewalt“.
Die Zertifizierung der Weiterbildung durch die Berliner Psychotherapeutenkammer wird beantragt.
Alle Abschnitte beginnen am Anreisetag um 14.00 Uhr mit Kaffee und enden am Abreisetag nach dem Kaffee um 16.00 Uhr.
Alle Abschnitte finden im Dietrich-Bonhoeffer-Hotel in Berlin statt (www.hotel-dietrich-bonhoeffer.de)


1. Abschnitt: Montag, 03. Dezember bis Mittwoch, 05. Dezember 2018

  • Zielgruppe, Aufnahmekriterien und Anamnese
  • Beraterhaltung und Beratungsprinzipien
  • Einführung in die lösungsfokussierte Paarberatung
  • Das Ampelmodell der Beratung (nach Kruse)


2. Abschnitt: Mittwoch, 16. Januar – Freitag, 18. Januar 2019

  • Beratungsstruktur und Sicherheit
  • Vertiefung der Beratungsarbeit
  • Beratung von Paaren in Co-Arbeit


3. Abschnitt: Mittwoch, 27. März – Freitag, 29. März 2019

  • Wiedereinstieg und Ausblick,
  • Einzelarbeit im Kontext der Paarberatung,
  • Intervention bei akuter Gewalt,
  • Individualisierung des Beratungsansatzes

Die separate Buchung von einzelnen Kursabschnitten ist nicht möglich!


Kosten und Zahlungsmodalitäten
Zu den Teilnahmegebühren von 420,00 € fallen noch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung je Abschnitt an. Diese betragen:
Übernachtung mit Frühstück pro Nacht: 89,00 €
Verpflegungspauschale insgesamt: 109,50 €

Die Preise für Unterkunft und Verpflegung richten sich nach der gültigen Preisliste des Tagungshauses. Mit eventuellen Anpassungen für das Jahr 2019 muss gerechnet werden!
Die Teilnahmegebühr sowie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden vor Beginn des jeweiligen Kursabschnittes durch die Fortbildungs-Akademie in Rechnung gestellt.


Für Ihre Teilnahme können Sie bei uns verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage www.fak-caritas.de. Bitte beachten Sie, dass eine von Ihnen beantragte Förderung zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet wird. Sollte diese Förderung nicht bewilligt werden, wird Ihnen der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr nachträglich in Rechnung gestellt!


Kooperationspartner
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. , Erziehungs- und Familienberatung Mitte
Sozialdienst katholischer Frauen SKF, Gesamtverein e.V. Dortmund - Fachbereich Häusliche Gewalt/Gewaltschutz
Referat Kinder, Jugend, Familie, Generationen des Deutschen Caritasverbandes Freiburg e.V.

Zielgruppe

Fachkräfte wie Psycholog(inn)en, Sozialpädagog(inn)en, Sozialarbeiter/-innen, Pädagog(inn)en in der Paar-, Familien-, Frauen- und Väterberatung. Voraussetzung: Mindestens 2 Jahre beraterische Erfahrung; Kenntnisse zum Vorgehen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung wie z.B. nach §8a Abs. 1 Satz 3 SGB VIII. Günstig wäre, wenn Sie sich zu zweit als männlicher und weibliche Berater/-in anmelden.

Max. Teilnehmerzahl

18

Kosten

1.260,00 € zzgl. Kosten für Verpflegung und ggf. Unterkunft

Veranstaltungsnummer

K2018-15

Referent(inn)en

Sabine
Schäfer

Dipl.-Sozialarbeiterin, Systemische Familientherapeutin und Mediatorin



Marcel
Kruse

Dipl.-Psychologe, Lösungsfokussierter Berater, Hypnotherapeut für Kinder und Jugendliche M.E.G. in Ausbildung



Gabriele
Ruck

Dozentin der Fortbildungs-Akademie, Dipl.-Sozialarbeiterin, Supervisorin DGSv