URL: www.fak-caritas.de/akademie/fortbildungen/systemisch-loesungsorientierte-beratung-19138d61-2bd1-4f60-b191-4382593a2009
Stand: 12.10.2017
  • 22. Januar 2018  - 

    ganztags
  • 6. Dezember 2019

Systemisch-lösungsorientierte Beratung

Ausgangssituation:
In den Arbeitsfeldern der Caritas und anderen sozialen Organisationen besteht ein kaum zu deckender Bedarf an qualifizierter Beratungskompetenz. Immer anspruchsvoller werden für die sozial Tätigen die Beratungssituationen und die Zusammensetzungen der zu Beratenden. Die systemisch-lösungsorientierte Beratung hält dafür ein erfolgreiches Konzept bereit, das sich seit Jahren bewährt hat. Dieser Ansatz bietet die Chance in kurzer Zeit sehr wirkungsvolle Veränderungen hervorzurufen, die oft nachhaltig bleiben. Der systemische
Ansatz beinhaltet eine geeignete Theorie und Praxis, die sich auf Kommunikations- und Handlungsmuster ebenso bezieht wie auf neue Sichtweisen. Dazu gehört eine Haltung, die von hoher Wertschätzung und Allparteilichkeit geprägt ist und eine Beratungsform mit einer Vielzahl wirksamer Methoden. Das systemische Beraten kann in vielen Kontexten eingesetzt werden können: in psychosozialen Beratungsstellen ebenso wie in medizinischen, psychologischen und pädagogischen Bereichen; in allen Feldern der sozialen Arbeit, in der Ergotherapie, Logopädie, in Schulen und Kindergärten. Diese Methode ist damit unabhängig vom Arbeitsfeld.
Systemisch-lösungsorientiertes Denken und Handeln fokussiert immer auf Ressourcen und Lösungen und arbeitet nicht auf der Grundlage von Problemen und Defiziten. Auftretende Probleme werden nicht innerhalb einer Person angesiedelt, sie werden als Ausdruck einer bestimmten Art von Beziehungs- und Lebensgestaltung verstanden. Dabei nimmt man zukünftige Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten in den Blick. So verstanden ist diese Beratungsform ein kompetenter Impulsgeber für ressourcenorientierte Veränderungsprozesse, die häufig in kurzer Zeit wirksam zur Umsetzung kommen.


Zielsetzung und Lernansatz

  • Einführung in die Systemtheorie und den Konstruktivismus
  • Historische Grundlagen des systemisch-konstruktivistische Ansatzes
  • Entwicklung einer systemischen Haltung
  • Auftrags- und Kontraktklärung
  • Lösungs- und Ressourcenorientierung
  • Analyse und Dynamik von Teams, Institutionen und Organisationen
  • Berufsfeldrelevante Selbstreflexion und Selbsterfahrung
  • Mustererkennung, Kontextanalyse und Kontextsensibilität
  • Interventionsmöglichkeiten, systemische Fragetechniken
  • komplexe (Helfer-)Systeme im intra- und interinstitutionellen Kontext
  • Umgang mit Leitbildern, Mythen und Tabus
  • Umgang mit Konflikten und Krisen
  • Einsatz von kreativen Methoden


Arbeitsformen
Input, Plenen, Kleingruppen, kreative und interaktive Methoden


Lernorganisation und Lernorte

1. Kursabschnitt: Grundlagen
(Heidemarie Neumann-Wirsig) 22. bis 26. Januar 2018 in Freiburg
Einführung in die systemisch-lösungsorientierte Sichtweise (Systemtheorie, Konstruktivismus). Ziel ist es, im Rahmen der Professionalisierung erste Impulse in Richtung einer systemischen Haltung zu geben und zu beginnen, diese in die eigene Rolle zu integrieren.


2. Abschnitt: Auftrags- und Kontextklärung
(Sascha Kuhlmann) 16. bis 20. April 2018 in Freiburg
Aufbau eines Beratungssystems, Identifizieren von Auftragsmustern, Abläufe einer Beratung und die Herstellung einer kooperativen Beratungsbeziehung sind Gegenstand dieses Abschnitts. Im Speziellen wird auch der Einsatz und Umgang mit Dreieckskontrakten ebenso wie der Zwangskontext in diesem Abschnitt einen Platz finden.


3. Abschnitt: Selbsterfahrung mit systemischen Methoden
(Annette Conrad) 18. bis 22. Juni 2018 in Freiburg
In diesem Abschnitt geht es um das Erkennen erworbener Handlungsmuster aus der eigenen Geschichte. Es wird überprüft, inwieweit diese Muster als Ressourcen genutzt werden können. Grundlage wird die Arbeit mit Genogrammen, Familienaufstellungen und anderen erlebnisorientierenden Methoden sein. Es handelt sich um eine intensive Woche systemischer Selbsterfahrungsarbeit.


4. Abschnitt: Selbsterforschung und Umgang mit Konflikten
(Sascha Kuhlmann) 19. bis 23. November 2018 in Frankfurt
"Es ist nie zu spät, sich eine Geschichte des Gelingens zu erzählen!"
In diesem Abschnitt wird die Selbsterfahrungsarbeit fortgesetzt. Dabei liegt ein Fokus auf möglichen Musterunterbrechungen oder Rekonstruktionen der eigenen Geschichte im Sinne neuer Perspektiven. Das systemische Verständnis von und der Umgang mit Konflikten wird in diesem Abschnitt ebenfalls ein relevantes Thema sein. In der Verbindung von Haltung, Ziel und Methode wird die Indikation für passende Interventionen erarbeitet. Die Methode des zirkulären Fragens, des Hypothetisierens, des Reflecting-Teams, des Reframens und des Skalierens sind nur ein paar wenige Beispiele für Methoden, die zur Anwendung kommen.


5. Abschnitt: Beraten im Kontext der Organisationsentwicklung
(Dr. Christoph Rüdesheim) 18. bis 22. Februar 2019 in Freiburg
Systemische Beratung hat immer auch unterschiedliche Einflussfaktoren im Blick, die im Zusammenhang mit dem Beratungssystem bedeutsam sind. In besonderer Weise sticht hier der Kontext der Organisation hervor.
Dieses Seminar gibt deshalb Einblicke in die Organisationstheorie und Organisationsberatung und zeigt die Reichweite systemtheoretisch fundierter Konzepte in der Beratung auf. Im Speziellen geht es hier auch um kirchliche Systeme (Caritas, Diakonie, Seelsorge etc.), die es nahelegen, grundlegende Themen der (In-)Kompatibilität von theologischem Denken und systemtheoretisch-konstruktivistischen Ansätzen zu reflektieren.


6. Abschnitt: Arbeitsfeldbezogene Beratung und Selbstreflexion
(Annette Conrad) 20. bis 24. Mai 2019 in Frankfurt
Das Erlernen von systemischem Feedback und Meta-Feedback verbunden mit selbstreflexiven Beratungsmethoden steht an zwei Tagen im Zentrum dieses Abschnitts. Systemisch-lösungsorientierte Beratung ist längst in allen psychosozialen Feldern angekommen, wie z.B. in der Arbeit mit Familien, Schwangeren, Wohnungslosen und Migranten. Typische Beratungstechniken wie die Art
der Fragen, das Appreciative Inquiry, die Arbeit mit Metaphern oder reflektierende Positionen werden in diesem Seminar für die verschiedenen Arbeitsfelder der Teilnehmer/-innen nutzbar gemacht.


7. Abschnitt: Lösungsfokussiertes Arbeiten
(Karl-Peter Kirsch) 16. bis 20. September 2019 in Freiburg
Das Paradigma der lösungsfokussierten Arbeit wird eingeführt und die daraus resultierenden Methoden stehen im Mittelpunkt. Es wird die Choreographie eines lösungsorientierten Interviews mit Pause, Rückmeldung und Aufgaben (Experimenten) trainiert. Von besonderer Bedeutung ist die Entwicklung von 'wohlformulierten' Zielen, die nicht in einem statischen, sondern einem dynamischen Sinne verstanden werden. In unterschiedlichen Settings werden beraterische Fertigkeiten mit Hilfe von Video-Trainings geübt und reflektiert.


8. Abschnitt: Abschlusswoche mit Selbstreflexion und Kolloquium
(Heidemarie Neumann-Wirsig) 02. bis 06. Dezember 2019 in Freiburg
Abschluss, Auswertung und Abschied als Bestandteil der Beratungsarbeit und bezogen auf die Weiterbildung werden Thema dieser Woche sein.

Ebenso gibt es zwei Tage selbsterfahrungsorientierte Arbeit mit Timeline und Abschluss-Feedback. Nicht zuletzt wird das abschließende Kolloquium vorbereitet, das in interaktiver Form in Gruppen stattfindet und zu dem Vorgesetzte und Kolleg(inn)en eingeladen werden.
Die Kursleitung liegt bei Heidemarie Neumann-Wirsig und Gabriele Ruck.

Eine separate Buchung einzelner Kursabschnitte ist nicht möglich.


Der Kurs umfasst folgende Weiterbildungs-, bzw. Lern-Einheiten:
WE = Weiterbildungseinheit im Kurs mit Referent(inn)en oder Supervision
LE = Lerneinheit in Eigenarbeit ohne Referent(inn)en (1 WE, bzw. LE = 45 Min)
Einführungstag (Teilnahme ist für Zulassung erforderlich) 5 WE
Theorie und Methoden 205 WE
Selbstreflexion und Selbsterfahrung 80 WE
Supervision 75 WE
Intervision 70 LE
Nachgewiesene Praxis in Form dokumentierter Beratung 100 LE
Eigenarbeit, Literaturstudium 30 LE
Gesamtsumme: 565 WE/LE


Die Kursgebühren belaufen sich auf insgesamt 4.960,00 €. Hinzu kommen die Kosten für die Supervision in Höhe von 1.000,00 € (pro Treffen 100,00 €) und die Kosten für Übernachtung und Verpflegung.
Der Tagessatz für Übernachtung und Vollverpflegung beträgt im Caritas Tagungszentrum derzeit 101,00 €; der Tagessatz ohne Übernachtung (Mittagessen, Kaffeepausen und Seminargetränke) beträgt 35,50 €.
Der Tagessatz im Spenerhaus Frankfurt liegt derzeit bei 122,50 €.


Für Ihre Teilnahme können Sie bei uns verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage www.fak-caritas.de. Bitte beachten Sie, dass eine von Ihnen beantragte Förderung zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet wird. Sollte diese Förderung nicht bewilligt werden, wird Ihnen der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr nachträglich in Rechnung gestellt!


Die Weiterbildung zum/zur systemisch-lösungsorientierten Berater/-in wird in Kooperation mit dem Systemischen Institut BTS in Mannheim durchgeführt. BTS ist bei der Systemischen Gesellschaft, Berlin, als Weiterbildungsinstitut anerkannt.


Referent(inn)en:
Heidemarie Neumann-Wirsig
Systemische Supervisorin und Organisationsberaterin, Coach in Wirtschaft und Verwaltung, lehrende Supervisorin und lehrender Coach SG, Fachbuchautorin, Geschäftsführerin BTS, lehrende Leiterin von Kursen für Systemische Beratung

Karl-Peter Kirsch
Dipl.-Sozialpädagoge, Supervisor (DGSv), lehrender Supervisor SG, Fortbildner und Trainer, Leiter für Systemische Berater-Kurse, Inhaber des Fortbildungsinstitut "Fortbildung macht Schule"

Sascha Kuhlmann
Dipl.-Sozialpädagoge, Supervisor( DGSv, SG), Lehrender Supervisor (SG),
Lehrender Coach (SG), Leiter der Supervisionsweiterbildung bei BTS Mannheim, Vorstandsmitglied der Systemischen Gesellschaft

Annette Conrad
Dipl.-Psychologin, Supervisorin (DGSv, SG), Lehrende Supervisorin (SG),
Fortbildnerin und Trainerin, Führungserfahrung in der Jugendhilfe, Fachberaterin für Pflegeeltern

Dr. Christoph Rüdesheim
Pastoralreferent, Geistlicher Begleiter, Gemeindeberater, Bibliodramaleiter,
Systemischer Organisationsberater; Coach (DBVC anerkannt), Dozent am Theologisch-Pastoralen Institut, Mainz



Zielgruppe

Die Weiterbildung wendet sich an Mitarbeiter/-innen mit Hochschul-, Fachhochschul- oder Fachschulausbildung aus Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit (z.B. (Heil)Pädagogik, Psychologie, Beratung und Therapie), an Verantwortliche für die Ausbildung sozialer Berufe sowie an Mitarbeiter/-innen im Gesundheitsbereich, in Medizin und im öffentlichen Dienst, außerdem an Theolog(inn)en.
Oder an Mitarbeiter/-innen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und einer mindesten 3-jährigen Berufstätigkeit im psychosozialen oder beraterischen Feld. Jeweils verbunden mit der Möglichkeit, systemisch-lösungsorientierte Beratung umzusetzen.

Max. Teilnehmerzahl

21

Kosten

4.960,00 € zzgl. Kosten für Verpflegung und ggf. Unterkunft

Veranstaltungsnummer

K2017-14

Referent(inn)en

Heidi
Neumann-Wirsig

Systemische Supervisorin und Coach, Dipl.Sozialarbeiterin



Karl-Peter
Kirsch

Dipl.Soz.Päd., Supervisor DGSv, Lehrender Supervisor SG



Sascha
Kuhlmann

Systemischer und Lehrender Supervisor (SG, DGSv), Dipl. Sozialpädagoge



Gabriele
Ruck

Dozentin der Fortbildungs-Akademie, Dipl.-Sozialarbeiterin, Supervisorin DGSv



Dr.
Christoph
Rüdesheim

Dr. theol., Leiter des Theologisch-Pastoralen Instituts Mainz